Veleda

 

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von Veleda als einer Frau aus dem Stamme der Brukterer, die zur Zeit des Kaisers Vespasian lebte. Sie hatte großen politischen und spirituellen Einfluss auf die freien germanischen Stämme. Sie sagte die Vernichtung des römischen Heeres im Jahr 69/70 voraus.

 

Ihren Wohnsitz hatte sie in einem hohen Turm an der Lippe. Dort wurden ihr Fragen gestellt, die sie durch einen Vertrauten beantwortete. Auch um die Stadt Köln hat sie sich große Verdienste erworben, da sie sich als Schiedsrichterin einbrachte und so die Zerstörung Kölns verhinderte.

Als die Römer doch noch Germanien eroberten, wurde Veleda gefangengenommen und nach Rom gebracht. Dort bat Kaiser Vespasian Veleda, auch für ihn als Ratgeberin tätig zu werden. Vespasian unterstütze bis zu seinem überraschenden Tod im Juni 79 Veleda finanziell und auch sein Sohn und Nachfolger Titus achtete ihre Integrität.

 

Veleda starb in den 80er Jahren im südlich von Rom gelegenen Ardea. Eine 1926 gefundene Marmortafel aus Ardea ist das letztes Lebenszeichen der germanischen Seherin.

 

Welcher geschichtliche Zusammenhang zwischen der Veleda-Höhle und der Seherin Veleda besteht, ist leider nicht mehr explizit nachzuvollziehen. Da die Brukterer nachweislich noch bis zur Christianisierung durch die ersten Missionare zwischen Ruhr und Lippe lebten, ist nicht auszuschließen, dass sie die Veleda-Höhle als Wohnraum oder Kulturstätte genutzt haben. Möglich erscheint der Höhlenname auch als eine Gelehrtenerfindung der Neuzeit, bei dem der Ortsname des benachbarten Velmede, der allerdings nichts mit dem Personennamen Veleda zu tun hat, mit dem Tacitus-Bericht verbunden wurde.

 

Die Bedeutung der Veleda-Höhle für das Sauerland hat noch einen weiteren geschichtlichen Hintergrund. Nach der Reichsversammlung des Jahres 776 wurde die Christianisierung durchgesetzt und in Velmede eine der Urpfarreien des Sauerlandes gegründet. Da Velmede keine besondere geografische Lage hatte, geht die Geschichtsschreibung davon aus, dass wie bei allen Sauerländer Urpfarreien ein bedeutender Kultplatz an diesem Ort war. Schon früh wurde die Veleda-Höhle als diese Kultstätte genannt.

 

 

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